Die Somalis

 

Kriegerisch

Die ethnischen Wurzeln des Somali-Volkes liegen im südlichen Bergland Äthiopiens. Seit Beginn des letzen Jahrtausends haben sich die Somalis stetig ausgebreitet. Heute siedeln sie am ganzen Horn von Afrika, ein deutlicher Hinweis auf ihre kriegerische Veranlagung.

Die Somalis sind Muslime, die mit ihrer Expansion auch den Islam verbreiteten. Vor etwa 500 Jahren führte ein fanatischer Führer, Ahmed Gran, einen verheerenden „Heiligen Krieg“ gegen die christlichen Bewohner des äthiopischen Berglandes. Als Ausgangsbasis diente ihm die Stadt Harar, die heute im Grenzgebiet von Nord-Somalia und Äthiopien liegt. Mit ihren 90 Moscheen und Schreinen gilt sie als das viertwichtigste Heiligtum in der islamischen Welt.

 

Unverschleiert

Die Somalis entwickelten ihre eigene, nicht-arabische Form des Islam, die ihrer Lebensweise als nomadische Hirten angepasst ist. So verschleiern sich die Frauen zum Beispiel nicht. Sie treten erstaunlich frei und selbstsicher in der Öffentlichkeit auf.

 

Poeten und Nomaden

Die umfangreichen Überlieferungen der Somalis werden in Gedichtform weiter gegeben. Selbst heute spielt die poetische Sprache eine wichtige Rolle im Alltag der Somalis, wenn es darum geht eine alte Geschichte zu erzählen, neue Ideen zu verbreiten oder sich auf langen Nachtmärschen die Zeit zu verkürzen. Das Alltagsleben ist geprägt von der Sorge um die Herden (Kamele und Ziegen, aber auch Schafe und Rinder).

 

Kämpfe ohne Ende

In Dschibuti und Äthiopien grenzen die Gebiete der Afar und Somalis aneinander. Nord-Somalis und Afar sehen sich derart ähnlich, dass man sie kaum unterscheiden kann. Trotzdem sind sie Todfeinde. Dazu muss aber gesagt werden, dass Fehden und Kriege dem Normalzustand am Horn von Afrika entsprechen.

Somalia ist der einzige Staat in Afrika, in dem nur eine Sprache gesprochen wird. Der militärische Versuch, die somalischen Siedlungsgebiete der angrenzenden Länder mit Somalia zu vereinen, scheiterte. Wenige Jahre später erschütterte ein furchtbarer Bürgerkrieg das Land. Das Ergebnis: Somalia ist zerbrochen, der Norden hat sich als "Somaliland" für unabhängig erklärt und ringt um innere Stabilität und äußere Anerkennung. Der Süden, der sich weiter als Somalia bezeichnet, hat bis heute keine funktionierende Regierung. Rivalisierende Sippenoberhäupter und Kriegsherren bestimmen das Geschehen. Das ganze Land ist zerstört und verwüstet, ein Ende der Unruhen ist nicht in Sicht.

 

Missionsarbeit geht weiter

Im Jahre 1977 erschien die Bibel in der somalischen Sprache - drei Jahre nachdem die christlichen Missionen (SIM und Mennoniten) des Landes verwiesen worden waren.

Heute wird vor allem in den Ländern unter Somalis missionarisch gearbeitet, die direkt an Somalia grenzen. Vom Norden her (Dschibuti) arbeitet die MRM. Dort erleben wir, dass mehr Somalis als Afar Christen werden, obwohl beide als islamische Nomadenvölker kulturell verwandt sind. Der Grund dafür mag darin liegen, dass unter den Somalis die Frohe Botschaft schon wesentlich länger verkündigt wurde.

Vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges gab es einige hundert somalische Christen. Wie viele es heute sind, weiß niemand.

 

Somalis in den Ländern rund um das Horn von Afrika:

Somalia

5.870.000

Äthiopien

2.490.000

Kenia

540.000

Dschibuti

280.000

Jemen

230.000

Tansania

34.000

 

Gebetsanliegen

 

Wichtige Anliegen für die missionarische Arbeit

  • Beten Sie um effektive missionarische Arbeit unter den vielen Somalis in westlichen Ländern, die den Wirren ihres Heimatlandes entflohen sind.
  • Beten Sie, dass die enorme Not, die dieses Volk schon seit Jahren erlebt zu einem geistlichen Aufbruch und nicht zu einer Verhärtung führt.
  • Beten Sie für die Christen und Hausgruppen, die es in manchen Gebieten gibt, dass sie bewahrt werden, standhaft sein können, den Mut haben vor Ort zu bleiben und für Jesus zu leben.
  • Beten Sie für die Missionare, die versuchen, Somalis das Evangelium zu bringen und oft auf enorme Widerstände stoßen.

(nach oben)