Die Fulani sind das größte Nomadenvolk der Erde. Man schätzt ihre Zahl auf ca. 20 Millionen. Sie bevölkern den Sahel, die große Steppe am Rand der Sahara. Viel Staub, zermürbende Hitze, wenig Schatten, das ist der Sahel mit seinen langen Trockenzeiten.
Die Fulani, auch Fulbe oder Peul genannt, sind Muslime und leben über ganz Westafrika verstreut vom Senegal bis in den Sudan. Aufgrund dieser enormen Verbreitung sprechen sie je nach Gebiet verschiedene Dialekte. Die Fulani in Mali zum Beispiel, unter denen die MRM eine Arbeit plant, sprechen „pulaar“.
Ein stolzes Volk sind sie, das sich nicht gerne mit anderen Volksgruppen vermischt, denn diese waren früher ihre Sklavenvölker. „Wir haben den Sahel für den Islam erobert!“ – So sehen sich die Fulani selbst. Im Zuge ihrer Eroberungen gründeten sie in den vergangenen Jahrhunderten mehrere islamische Reiche. Heute befinden sie sich als Viehhirten im ständigen Konflikt mit den Ackerbauern.
Rinder, Weideland, Wasserstellen, darum dreht sich das traditionelle Leben der Fulani. Sie sind stets bereit, ihre Hütten abzubrechen und sich andernorts niederzulassen. Aller Ballast, der die Mobilität einschränkt, wird vermieden. - Das ist lebensentscheidend für die Herden und damit für die Fulani.
Die Fulani sind stolz auf ihr Durchhaltevermögen und ihre eiserne Disziplin. Sie sind es, die die Härten des Sahel meistern. Heute sind ungefähr 80 Prozent des Fulani-Volkes sesshaft geworden. Aber ihr Denken und ihr soziales Leben sind immer noch vom Nomadendasein geprägt.
Die Fulani sind Individualisten und der Zusammenhalt zwischen den Familien einer Siedlung ist lose. Aber alle gehorchen dem Wort des Marabu, des geistlichen Führers. Denn er lehrt nicht nur den Islam, sondern hat auch Macht in der Welt der Geister. Deshalb ist der Marabu gleichzeitig ein geschätzter und gefürchteter Mann. Er ist der einzige im Dorf, der eine echte Führungsrolle einnimmt. Alle historischen Reiche der Fulani wurden von Marabus angeführt.
Die Fulani und das EvangeliumEs gibt verschiedene Fulani Dialekte, die wahrscheinlich insgesamt sechs verschiedene Bibelübersetzungen erforderlich machen. In Kamerun gibt es bereits eine komplette Fulani Bibel. In Mali liegt bereits das ganze NT und Teile des AT in Futa Toro vor, dem Hauptdialekt der Fulani in der nördlichen Region Kayes.
In manchen Fulani Gebieten begann die christliche Missionsarbeit schon vor 50 oder 70 Jahren. Dort gibt es bereits kleine Gemeinden. Aber der weitaus größte Teil des Fulani-Volkes weiß nicht, wer Jesus Christus ist und was er für sie getan hat.
Aber Gott ist am Wirken! In der Region Kayes beobachteten die Mitarbeiter der MRM in den letzten Jahren ein zunehmendes Interesse am Evangelium. Fulani kaufen das Neue Testament in ihrer Sprache und wollen den Jesus Film sehen. Daher möchte die MRM eine Arbeit unter den Fulani aufbauen.
Eiserne Selbstdisziplin
Ein Pullo (Einzahl von Fulani)
Wichtige Anliegen für die missionarische Arbeit