Forum Kurzeinsatz

 

 

Das nächste Forum findet voraussichtlich im Juni 2009 statt. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

 

Ein Kurzzeitmitarbeiter berichtet von seinem Einsatz:

 

Meine Erfahrungen mit Gott

Als ich im Einsatzgebiet ankam, wurde mir ziemlich schnell klar, dass die Realität der Missionsarbeit wenig mit den wunderbaren Missionsgeschichten zu tun hat, die mein Bild von Mission geprägt haben. Zuerst mal war ich gefordert, mit Hitze, dem Essen und dem häufigen Alleinsein klarzukommen. Dann ging es darum, mich auf meine Aufgabe für das erste Halbjahr, nämlich den Englischunterricht für Schüler im Alter von 17-27 Jahren, zu konzentrieren.

Da ich bisher immer Student gewesen war und nie unterrichtet hatte, war ich mir ziemlich unsicher, ob ich dieser Aufgabe gewachsen sei. Ich befürchtete, dass mir meine Schüler etwas auf der Nase herumtanzen würden. So bereitete ich den Unterricht besonders im Gebet vor. Ich bat Gott, dass er meine wilden Schüler zähmen möge. - Und Er tat es. Ich hatte zwei bis drei Problemschüler, die dreckige Witze machten oder den Unterricht durch übermäßige Selbstdarstellung störten, und Gott half mir, ihnen zunächst mit Geduld zu begegnen und sie dann als Unterstützer für meinen Unterricht zu gewinnen. Inzwischen sie sie gute Freunde von mir. Das sind Gottes alltägliche Wunder auf dem Missionsfeld.

Leider muss ich sagen, dass ich, je mehr Routine ich im Unterrichten erhielt, desto öfter vergaß, vor dem Unterricht zu beten. Dennoch half mir Gott immer weiter. Später fing ich an, mehr für die Veränderung und Öffnung der Studenten zum Evangelium hin zu beten. Bald merkte ich, dass einige Schüler mein geistliches Anliegen und meine Haltung spürten. Ein Schüler sagte mir am Ende des ersten Halbjahres, dass ich der erste wirkliche Freund sei, den er kennen gelernt habe.

 

Bewahrung erlebt

Auch in unserem Haus durften wir Gottes Bewahrung erfahren. Eines Tages sortierte mein Teamkollege Pflanzen im Garten, als unsere Hühner plötzlich aufschreckten, einen Skorpion mit ihrem Schnabel erstachen und auffraßen. Hätten sie das nicht getan, hätte mein Kollege vermutlich in den Skorpion gefasst. Eine weitere Bewahrung erfuhren wir in der Regenzeit im November. Unser Dach hielt unter dem ständigen Regen erstaunlich dicht. Unser Nachbar sagte uns nach dem Regen, er verstehe nicht, wie unser einfach gebautes Dach so dich halten könne, während er sogar in seinem neu gebauten Büro mit Wasserfluten kämpfen musste. Jesus ließ uns also mit seiner Bewahrung sogar ein Zeugnis für unsere Nachbarn sein.

 

Ich ein Evangelist?

Während des Einsatzes durfte ich auch die Erfahrung machen, dass mich Jesus trotz all meiner Begrenzungen gebraucht, sein Evangelium weiterzusagen. Zunächst ergaben sich mit meinen Arabischlehrer einige Gespräche über das Jüngste Gericht und Jesus, der Sünden vergibt. Mit Besuchern in unserem Hause konnte ich ebenfalls einige Male über Jesus reden. Auch in ganz unerwarteten Situationen gebrauchte mich Jesus. Einmal durfte ich meinen zwei Sitznachbarn im Flugzeug das Vaterunser mit auf dem Weg geben. Ein anderes Mal ergab sich in einem Restaurant die Möglichkeit, mit einem Besucher aus der Großstadt über Jesus zu sprechen, der uns rein wäscht. Oft hatte ich Möglichkeiten das Evangelium weiterzusagen, wenn ich es am wenigsten erwartete.

 

Mit den kulturellen Gepflogenheiten klarkommen

Natürlich gab es auch die Außereinandersetzung mit den kulturellen und religiösen Gepflogenheiten. Zunächst fielen mir natürlich die ganz in Schwarz gehüllten Frauen auf. Unüberhörbar waren auch die fünf Gebetsrufe von den Moscheen jeden Tag. Ich merkte mehr und mehr, wie tief die ganze Kultur vom Islam durchdrungen ist. Zum Beispiel fand ich es sehr ärgerlich, wenn Besucher in unserem Haus ihre islamischen Gebete beten wollten. Wie soll man sich da richtig verhalten?

Durch meine Schüler lernte ich, mich in der hiesigen islamischen Kultur zu bewegen, ohne viel Anstoß zu erregen. Besonders beim Umgang mit den Frauen in meinen Klassen musste ich lernen, mehr auf Distanz zu gehen. Ansonsten hatte ich die Möglichkeit, mich etwas mit der besonderen lokalen Sprache der Menschen hier im Einsatzgebiet zu beschäftigen. Da ich mich für Bibelübersetzung interessiere, war das sehr hilfreich, um Fragen in Bezug auf eine langfristige Tätigkeit in der Übersetzungsarbeit zu klären.

 

Jesus tief erleben

In meinem persönlichen Leben mit Jesus durfte ich in den vergangenen Monaten viel Ermutigendes erleben. Ich kam aus dem Hintergrund einer persönlichen Lebenskrise auf das Missionsfeld im Jemen. Ich fühlte mich für diesen Jahreseinsatz kaum gerüstet. Aber ich durfte erfahren, wie Jesus mich geistlich aus- und zurüstete. Leider gab es auch immer wieder Rückschläge. Ich erlebte manches Auf und Ab und lernte dabei, wie wichtig die Fürbitte anderer für mich ist. Jesus ist, Gott sei Dank, Sieger über alle unsere Fehler und Schwächen. Die bedingungslose und sofortige Vergebung Jesu war und ist für mich die entscheidende Grundlage, die meinen Missionsdienst in diesem Jahr möglich gemacht hat.

 

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