Die Biedscha zählen über zwei Millionen und leben vor allem im Nordosten des Sudans, doch ihr Gebiet greift über nach Ägypten und Eritrea. Port Sudan am Roten Meer ist ihre Hauptstadt. Seit mehr als viertausend Jahren durchstreifen die Biedscha das heiße, trockene Wüstenland und die kahlen Berge entlang des Roten Meeres auf der Suche nach Weideland für ihre Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen. Das Leben in diesem Landstrich ist hart.
Noch immer sind viele Biedscha Nomaden oder Halbnomaden. Nur wenn es regnet, treiben sie Ackerbau, sonst sind sie mit ihren Herden unterwegs. Einige sind Hafenarbeiter in Port Sudan.
Als Volk bleiben die Biedscha gerne unter sich und zögern, Freundschaften mit Fremden einzugehen. Mit Vorliebe treffen sie sich und besingen ihre Ideale und durchfochtene Kämpfe. Dabei rezitieren sie auch Teile ihrer Volksdichtung. Ihr soziales Leben dreht sich um diese Zusammenkünfte, deren obligatorisches Ritual das Kaffeetrinken ist. Zum Teil wird dieser Kaffee mit Pfeffer gewürzt!
Die meisten Biedscha sind Sufi Muslime. Eine kleine einflussreiche Elite jedoch tendiert zum Marxismus. Die Mehrheit der Biedscha glaubt an eine dynamische spirituelle Welt von Geistern, welche ihr Leben und ihre Umgebung kontrollieren. Dadurch macht sich im Alltag oft Angst breit. Der Islam kam erst im dreizehnten Jahrhundert n. Chr. aus Arabien zu ihnen und viele Biedscha glauben, dass sie zuvor Christen waren.
Seit 1983 leidet der Sudan unter einem brutalen Bürgerkrieg. Die Biedscha lieben die Unabhängigkeit und sind deswegen von der Zentralregierung des Sudan oft unterdrückt worden. Sie haben Hunger gelitten, da große Teile ihrer Weidegebiete von der Regierung beschlagnahmt worden waren. Schließlich sind sie mit der Opposition im Südsudan ein Bündnis eingegangen. So hat sich eine ungewöhnliche Allianz zwischen den isolierten Biedscha im Nordosten und den Süd-Sudanesen entwickelt. Einige Christen aus dem Süden schließen Freundschaft mit Biedschas und erzählen ihnen von ihrem Glauben. Ein kleines, aber begabtes Team von sudanesischen Christen hat sich aufgemacht in Port Sudan unter den Biedscha zu arbeiten.
Endlich eine SchriftspracheNur etwa jeder fünfte Biedscha spricht Arabisch als Fremdsprache. Ihre Muttersprache heißt To Bedawie. Erst im September 1999 konnte man sich auf ein Alphabet für die Verschriftlichung dieser Sprache einigen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Biedscha soll ein Alphabetisierungsprogramm durchgeführt werden. Es herrscht große Begeisterung darüber, dass ihre Überlieferungen und ihre umfangreiche Volksdichtung niedergeschrieben werden soll.
Nur wenige Biedscha haben sich je für Christus entschieden. Mitarbeiter der MRM begannen 1978 eine medizinische Arbeit, waren aber elf Jahre später gezwungen, das Land wieder zu verlassen. Als Mission ist es uns weiterhin ein Anliegen, dass die Biedscha mit dem Evangelium erreicht werden. Sie hungern nach Hoffnung und nach einem Ende der Angst.
Wichtige Anliegen für die missionarische Arbeit: